Für unser Wohlbefinden ist es von großer Bedeutung sich in den eigenen vier Wänden aber auch am Arbeitsplatz gut zu fühlen. Lärm und unerwünschte Geräusche können auf Dauer zu Stress führen und die Konzentration stören. Besonders wenn Schall an den Wänden hin- und hergeworfen wird, wird die Akustik in einem Raum als unangenehm empfunden. Schallabsorber können in so einem Fall die Raumakustik verbessern. Es gibt sie als Wandabsorber, Deckenabsorber oder auch als Akustikbilder.

Wandabsorber Deckenabsorber Akustikbild
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In der modernen Architektur und Inneneinrichtung werden gerne Materialien wie Beton, Glas, Stahl und Aluminium verwendet. Diese Materialien reflektieren den Schall, was wiederum zu unangenehm störendem Hall führt. Den gleichen Effekt haben Fliesen und glatte Oberflächen, wie etwa Schrankwände. Man nennt diese Materialien schallhart. In einem spärlich möblierten Raum kommt dieser Effekt umso stärker zum Tragen.

Nachhall gibt es natürlich auch in einem eingerichteten Zimmer, jedoch in geringerem Maße. Denn Möbel und Einrichtungsgegenstände mit einer weichen Oberfläche, wie Polstermöbel, Kissen, Teppiche oder Vorhänge, absorbieren Schall und helfen damit, den Hall in einem Raum einzudämmen. Man nennt solche Materialien und Oberflächen auch schallweich.

Nimmt man in einem Raum eine unangenehme Raumakustik wahr könnte man sich also theoretisch ein wenig helfen, indem man mehr weiche Möbel hineinstellt. Wahrscheinlich wird man aber keinen merklichen Unterschied feststellen. In einem kahlen Raum mag es Verbesserungen geben, doch in einem wohnlich eingerichteten Raum hat man damit wenig Aussicht auf Erfolg. Denn vor allem Wände und Fensterfronten sind für den verbleibenden Nachhall verantwortlich.

Zur Verbesserung der Raumakustik sind in so einem Fall Schallabsorber am effektivsten. Schallabsorber senken die Nachhallzeit und den Geräuschpegel in einem Raum. Auch die Sprachverständlichkeit wird dadurch besser.

In der Regel sind Schallabsorber für unterschiedliche Frequenzbereiche ausgelegt. Aber es gibt auch Breitbandabsorber, die ein breites Spektrum an Tönen dämpfen sollen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich besonders Höhen und Mitten mit Schallabsorbern gut abschwächen lassen, beim Bass wird es schon schwieriger.

 


Schallabsorber
zur Schalldämmung?
– Oder:
Was können Schallabsorber?


Viele Menschen wollen sich Schallabsorber zulegen, um Schall zu dämmen. Doch sind Schallabsorber dafür geeignet?

Wenn man es genau nimmt, nein. Denn zwischen Schalldämmung und Schalldämpfung gibt es einen wichtigen Unterschied.

Bei der Frage, welches von beiden für einen das richtige ist, kommt es auf die Zielsetzung an:

Bei der Schalldämmung geht es darum, dass kein Schall von innen nach außen oder von außen nach innen dringt. Man möchte also erreichen, dass Schall im Zimmer bleibt oder dass kein Schall von draußen ins Zimmer kommt.

Doch dafür sind Schallabsorber nicht gemacht.

Verhindern, dass die eigene Musik im nächsten Zimmer noch zu hören ist oder dass Lärm vom Nachbarn in die eigenen vier Wände dringt, kann man mit einem Schallabsorber also nicht. Wenn man die Wand tatsächlich dämmen möchte, gibt es hier mehr dazu.

Schallabsorber sind immer dann sinnvoll, wenn man den Geräuschpegel aus dem eigenen Zimmer im Zimmer reduzieren möchte. Dann spricht man von Schalldämpfung oder Schallabsorption.

Bei störendem Nachhall oder einer unangenehmen Akustik im Raum können Schallabsorber helfen. Empfindet man einen Raum als laut, obwohl man keinen sonderlichen Lärm darin macht, kann man es ebenfalls mit Schallabsorbern versuchen. Auch um den Klang von HiFi-Anlagen oder Heimkinos zu verbessern, werden Schallabsorber eingesetzt.

Geräusche von Nachbarn oder Straßenlärm können Schallabsorber vielleicht ein kleines bisschen dämpfen, doch sicher nicht abhalten oder dämmen. Man sollte sich keine falschen Vorstellungen machen und hinterher enttäuscht sein.

Bei Nachhall, schlecht verständlichen Stimmen und Hintergrundgeräuschen, die ungewöhnlich laut wirken, kann ein Schallabsorber aber helfen.

Ein weiterer Grund, warum ein Schallabsorber zur Senkung des Geräuschpegels beiträgt, ist psychologisch: In einem ruhigen Raum sprechen Menschen automatisch leiser. Dies nennt man den Lombard-Effekt. Denn normalerweise spricht man umso lauter, je schlechter man seine eigene Stimme hört.


Wie funktionieren Schallabsorber?


Um es kurz zu sagen: Schallabsorber wandeln Schallenergie in Wärmeenergie um.

Schallwellen haben eine gewisse Schallenergie. Und Energie lässt sich bekanntlich in andere Arten von Energie umwandeln.

Das nutzt der Schallabsorber aus.

Schallabsorber bestehen aus einem Material mit vielen Poren. Man nennt diese Schallabsorber auch poröse Absorber. Im Querschnitt kann man sie sich wie einen Löcherkäse vorstellen. Durch das offenporige Material können Schallwellen eindringen. Wenn nun Schall auf den Schallabsorber trifft, strömen dessen Luftteilchen durch den Absorber. Dabei entsteht viel Reibung zwischen den Luftteilchen und dem Material des Schallabsorbers. Die Schallenergie wird dadurch in Wärmeenergie umgewandelt. Das Ergebnis: weniger Schallenergie, geringerer Schallpegel.

Da verschiedene Geräusche und Lärm ohne Schallabsorber an der Wand reflektiert werden und in den Raum zurückprallen, wird die Geräuschkulisse somit durch einen Schallabsorber verringert.

Der Punkt mit der Wärme mag manch einen irritieren: Doch die entstehende Wärme ist so gering, dass sie nicht merkbar ist. Der Schallabsorber würde sich also nicht warm anfühlen, wenn man ihn mit der Hand anfasst.

 

Einsatzbereiche für Schallabsorber

 

Schallabsorber werden überall dort eingesetzt, wo die Raumakustik verbessert werden soll oder wo Schalldämpfung das Ziel ist.

Die Einsatzbereiche für Schallabsorber sind so vielfältig, dass man sie eigentlich gar nicht alle aufzählen kann.

Vom Büro über den Hobbykeller bis hin zu Wohnräumen können Schallabsorber überall sinnvoll eingesetzt werden. Für Heimkino oder HiFi-Anlage sind Schallabsorber nützlich, um den Sound zu verbessern.

 

Schallabsorber richtig anbringen

 

Nun hat man also Schallabsorber, doch wo soll man sie anbringen?

Das kommt darauf an, ob man einfach nur die Nachhallzeit senken will oder ob man bestimmte Schallquellen, wie etwa Lautsprecher, in ihrem Klang beeinflussen will.

Möchte man lediglich die Nachhallzeit mithilfe von Schallabsorbern senken, ist es gleichgültig, an welcher Wand man den Schallabsorber aufhängt oder ob man ihn an der Decke montiert. Bringt man mehrere Schallabsorber an, ist es vorteilhaft, sie an verschiedenen Wänden aufzuhängen, statt nur an einer einzigen.

Soll der Klang aus dem Lautsprecher verbessert werden, muss man sich ansehen, wo die Erstreflexionen oder Frühreflexionen des Schalls stattfinden. Das sind die Stellen – Wand, Decke oder eine andere Oberfläche – an denen der Schall zuerst reflektiert wird. Genau an diesen Stellen, sollte man die Schallabsorber anbringen. Auch die Decke sollte man nicht vergessen.

Was zusätzlich vorteilhaft sein kann, ist die Absorber versetzt anzubringen. Auch die Kombination von Absorbern mit unterschiedlicher Dicke kann sich positiv auswirken. Denn eine abwechslungsreiche Oberflächenstruktur führt dazu, dass die Nachhallzeit kürzer wird.

 

Welches Material für den Schallabsorber?

 

Schallabsorber bestehen aus speziellen Akustikschaumstoffen, die besonders gute akustische Eigenschaften aufweisen und sich hervorragend dazu eignen Schall zu absorbieren.

Häufig verwendete Schaumstoffe sind Noppenschaumstoff oder Pyramidenschaumstoff.

Ein weiterer beliebter und häufig verwendeter Schaumstoff ist Basotect.

 

Absorberklassen

 

Im Allgemeinen kann man sagen, dass ein Schallabsorber umso besser wirkt, je dicker er ist. Doch man kann Akustikabsorber auch in Absorberklassen einteilen. Einige Hersteller deklarieren ihre Produkte hilfreicher Weise auch mit der entsprechenden Absorberklasse.

Die Schallabsorber werden nach dem Schallabsorptionsgrad αw eingeteilt.

Es gibt die folgenden Absorberklassen, von hoch nach niedrig:

  • A: αw: 0,90 – 1
  • B: αw: 0,80 – 0,85
  • C: αw: 0,60 – 0,75
  • D: αw: 0,30 – 0,55
  • E: αw: 0,15 – 0,25
  • nicht klassifiziert: αw: 0 – 0,10

 

Arten von Schallabsorbern

 

Schallabsorber gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Zum einen kann man sie nach dem Ort, an dem sie angebracht werden unterscheiden und andererseits nach dem Frequenzbereich, den sie dämpfen. Manche Schallabsorber dienen als Wandbild zugleich dekorativen Zwecken, dies sind die sogenannten Akustikbilder.

Wandabsorber

 

Wandabsorber werden wie der Name schon sagt an der Wand angebracht. Einige können einfach wie ein Bild aufgehängt werden. Andere Wandpaneele werden mit einem Spezialkleber an die Wand geklebt.

Es gibt auch Schallabsorber mit Motiv, diese heißen Akustikbilder, und übernehmen neben der Schallabsorption auch eine dekorative Aufgabe. Bei Fachhändlern kann man sie sich auch mit eigenen Wunschmotiven anfertigen lassen.

 

Deckenabsorber oder Akustikdecke

 

Deckenabsorber werden entsprechend ihrem Namen an der Decke angebracht.

Unter anderem dienen sie als Akustikdecke, die an der Zimmerdecke montiert wird. Zum Teil werden die Deckenpaneele einfach an die Decke geklebt.

Oft handelt es sich bei einer Akustikdecke auch um eine abgehängte Decke. Dies ist eine zweite, schallabsorbierende Decke, die in einem gewissen Abstand unterhalb der eigentlichen Raumdecke angebracht ist. Der Zwischenraum wird üblicherweise mit Dämmmaterial gefüllt.

Daneben gibt es Deckenabsorber auch als Deckensegel. Diese werden an speziellen Ketten oder Seilen aufgehängt. Deckenabsorber als Deckensegel hängen also ein Stück weit von der eigentlichen Zimmerdecke herab und bilden eine akustikoptimierte Decke.

Abgehängte Decken und Deckensegel eignen sich wegen des Platzbedarf nur für Räume mit ausreichender Deckenhöhe.

 

Kantenabsorber

 

Die Zimmerecken sind für die Akustik besonders wichtig. Deswegen gibt es Kanten- oder Eckabsorber.

Mit den Begriffen Kantenabsorber oder Eckabsorber werden zum Teil verschiedene Dinge bezeichnet.

Dreieckige oder viereckige Blöcke, die man in die Zimmerecke stellt um Schall zu absorbieren, fallen zum einen darunter. Oft handelt es sich hierbei um Bass Traps.

Zum anderen sind Kanten- oder Eckabsorber eine Art Leisten, die einen Abschluss zwischen zwei Wänden oder einer Decke und einer Wand bilden, die großflächig mit Schallabsorbern ausgestattet sind.

 

Akustikbilder

 

Als Akustikbilder werden Schallabsorber bezeichnet, die sich als relativ unauffälliges Wandbild tarnen. Sie erfüllen genau die gleiche Aufgabe wie andere Schallabsorber und können genau dieselben Eigenschaften hinsichtlich der Frequenz aufweisen. Zusätzlich haben sie ein Motiv, so dass man sie als Bild an der Wand aufhängen kann und sie sich nahtlos in die Einrichtung einfügen. Bei vielen Fachhändlern kann man Schallabsorber mit einem Wunschmotiv bedrucken lassen.

 

Trennwand

 

Daneben gibt es Schallabsorber auch als Trennwand. In dieser Form kann man den Schallabsorber in den Raum miteinbeziehen und ihn zu dessen Gestaltung und Strukturierung nutzen, wie bei anderen Raumteilern. Mit der Trennwand kann man einzelne Bereiche im Raum abtrennen, etwa eine Sitzecke.

 

Baffel – Akustikbaffel

 

Bei Akustikbaffeln handelt es sich um Schallabsorber in Quaderform. Diese hängen meistens von der Decke, können relativ dekorativ aussehen und schaffen viel Oberfläche, die für Schallabsorption sorgen kann.

 

Höhenabsorber

 

Höhenabsorber sind Schallabsorber, die dazu dienen hohe Frequenzen zu absorbieren. Sie sind meist dünner als Mitten-, Tiefen- oder Breitbandabsorber. Höhenabsorber dämpfen Geräusche ab 5 kHz.

 

Mittenabsorber

 

Mittenabsorber sind Schallabsorber, die auf Geräusche im mittleren Frequenzbereich ausgelegt sind. Zu diesem Zweck sind sie etwas dicker als die Höhenabsorber. Mittenabsorber wirken im Bereich um die 500 Hz.

 

Tiefenabsorber oder Bassabsorber

 

Tiefenabsorber oder Bassabsorber sind Schallabsorber, die Töne im tiefen Frequenzbereich dämpfen. Dafür benötigen sie ein dickeres Material als die Absorber für höhere Frequenzen. Der Bereich, auf den mit Tiefenabsorbern abgezielt wird, liegt bei ungefähr 70 – 300 Hz.

 

Breitbandabsorber

 

Breitbandabsorber sind Schallabsorber, die ein breites Spektrum an Frequenzen abdecken. Auch diese Absorber müssen aus einem dicken Material bestehen.

Wichtig ist es, dass der Klang im Raum ausbalanciert bleibt und die verschiedenen Frequenzbereiche gleichmäßig gedämpft werden.

 

Raumakustik und Nachhallhzeit

 

Möchte man die Akustik in einem Raum bewerten und dabei so objektiv wie möglich vorgehen, braucht man Messungen. Dabei wird vorrangig die Nachhallzeit betrachtet. Die Nachhallzeit, abgekürzt mit T60 oder T wird auch als Reverberation Time bezeichnet und dann mit RT abgekürzt.

Die Nachhallzeit ist umso länger, je größer der Raum und je reflektierender oder schallhärter die Wände und die Einrichtung in einem Raum sind.

Außerdem kann sich die Nachhallzeit zwischen verschiedenen Frequenzen unterscheiden und das tut sie meistens auch.

Für das subjektive Hörempfinden ist wahrscheinlich die Frühe Abklingzeit oder Early Decay Time EDT relevanter. Diese liegt näher an der tatsächlich empfundenen Nachhallzeit. Denn sie berücksichtigt vorwiegend die Zeit kurz nach dem Auftreten eines Tons, bevor dieser in den Hintergrundgeräuschen untergeht.

Es gibt natürlich unterschiedliche Anforderungen an die Nachhallzeit, je nachdem um was für einen Raum es sich handelt. Ein Konzertsaal wird eine ganz andere optimale Nachhallzeit haben als ein gewöhnliches Wohnzimmer.

In einem eingerichteten Wohnraum hat man häufig eine Nachhallzeit von 0,5 – 0,6 Sekunden. Als angenehm für die Lautsprecherwiedergabe werden 0,25 – 0,4 Sekunden empfunden.

Dort, wo es vor allem um Sprachverständlichkeit geht, kann man statt der Nachhallzeit oder der Frühen Abklingzeit auch den Sprachübertragungsindex STI (Speech Transmission Index) oder den RASTI (Room Acoustics STI) zur Bewertung der Raumakustik verwenden.

 

Brandschutz

 

Ein wichtiger Punkt bei der Auswahl eines Schallabsorbers ist der Brandschutz.

Wie alle Baumaterialien sind auch Schallabsorber in verschiedene Klassen eingeteilt, die angeben, wie gut der Brandschutz ist.

Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte sich für einen schwer entflammbaren Schallabsorber entscheiden.