Eine Schallschutztür kann in den verschiedensten Bereichen Anwendung finden. Als Wohnungs- oder Haustür hilft sie für Ruhe im eigenen Zuhause zu sorgen. Hat man eine Schallschutztür als Eingangstür, kann dies stark dazu beitragen, Schall aus dem Treppenhaus oder aus der Wohnumgebung draußen zu halten. Aber auch als Tür zu Maschinenräumen, Musikstudios oder öffentlichen Gebäuden wird bevorzugt eine Schallschutztür verwendet.

Je nachdem, wo die Schallschutztür eingesetzt wird und wie laut die Geräusche sind, die sie dämmen soll, werden unterschiedliche Anforderungen an eine Schallschutztür gestellt. Daher ist es hilfreich, wenn man verschiedene Schallschutztüren danach unterscheiden kann, für wie starke Schalldämmung sie sorgen.

Schallschutztüren sind in verschiedene Schallschutzklassen eingeteilt. Diese sind in der DIN 4109 normiert. Diese Schallschutzklassen geben an, wie viel Dezibel eine Schallschutztür maximal dämmt. Um die Funktion wie gewünscht sicherzustellen ist es wichtig, dass die Schallschutztür fachmännisch eingebaut wurde. Denn unsachgemäßer Einbau führt dazu, dass der schalldämmende Effekt in unterschiedlichem Maße wieder zunichte gemacht wird. Im Großen und Ganzen ist meistens die Montage schuld, wenn die Schallschutztür nicht die vorgesehenen Schalldämmwerte erreicht.

Besondere Bedeutung für die Schalldämmung kommt den Fugen der Türe, dem Anschluss an die Wand und der Verbindung zum Boden zu. Denn Schall nutzt jeden noch so kleinen Spalt, um nach innen oder nach außen zu dringen. Deshalb sind die Dichtungen das A und O, um aus einer Schallschutztür den vollen Nutzen zu ziehen.

Wenn man darüber nachdenkt, sich eine Schallschutztür zuzulegen, sollte man sich darüber im klaren sein, dass die Schalldämmung eines Raums oder eines Hauses ein Gesamtprojekt darstellt. Sollte nämlich die Wand, die die Tür umgibt, weniger schalldämmend sein als die Schallschutztür, so wird sich kaum ein positiver Effekt abzeichnen. Die Schalldämmung hängt immer vom schwächsten Bauteil ab. Man sollte sich also auch mit Fenstern, Wänden und Decken beschäftigen.


Schallschutzklassen bei der Tür


Schallschutztüren können in verschiedene Schallschutzklassen eingeteilt werden. Diese ergeben sich aus der DIN 4109. Eine Abkürzung für die Schallschutzklasse ist SSK.

Schallschutzklasse Bau-Schalldämmmaß Rw, R Prüf-Schalldämmmaß Rw, P
Schallschutzklasse 1 min. 27 dB min. 32 dB
Schallschutzklasse 2 min. 32 dB min. 37 dB
Schallschutzklasse 3 min. 37 dB min. 42 dB
Schallschutzklasse 4 min. 42 dB min. 47 dB

In dieser Tabelle sieht man für die Schallschutzklasse der Tür jeweils zwei verschiedene Schalldämmmaße.

Doch warum gibt es nun zwei verschiedene Dezibelwerte für jede Schallschutzklasse? Das mag auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend oder widersprüchlich aussehen, hat aber seinen Grund.

Das eine Schalldämmmaß, Rw, R oder Bau-Schalldämmmaß einer Schallschutzklasse gilt für die Tür im eingebauten Zustand. Dieser Wert wird gemessen oder berechnet.

Das andere Schalldämmmaß, Rw, P oder Prüf-Schalldämmmaß einer Schallschutzklasse stellt den Wert dar, der in einer Prüfung in einem Labor ermittelt wird.

Der Unterschied zwischen den beiden Werten für das Schalldämmmaß einer Schallschutzklasse ergibt sich daraus, dass eine Schallschutztür nach der Montage in der Regel ein paar Dezibel weniger dämmt als im Laborprüfwert ermittelt.

Rw, R wird auch als Rechenwert bezeichnet und Rw, P als Prüfwert. Es gilt dabei, dass der Prüfwert immer 5 Dezibel höher ist als der Rechenwert. Die 5 Dezibel stellen ein sogenanntes Vorhaltemaß dar.

Um die notwendige Schallschutzklasse für eine Tür zu ermitteln, sollte man sich am Bau-Schalldämmmaß oder Rechenwert Rw, R orientieren. Denn dies ist der Wert, den man in der Realität erreichen wird.


Was ist eine Schallschutztür?


Eine Schallschutztür ist eine Tür, die durch ihre spezielle Konstruktion schalldämmend wirkt. Schallschutztüren setzen dabei auf Masse und Biegeweichheit, die wichtige Faktoren für die Schalldämmung darstellen.

Meistens wird die schalldämmende Wirkung von Schallschutztüren durch das Masse-Feder-System bzw. eine Sandwich-Bauweise erreicht.

Schallschutztüren werden in verschiedene Schallschutzklassen eingeteilt, die das Schalldämmmaß als Kriterium heranziehen.


Wie funktioniert eine Schallschutztür?


Eine Schallschutztür hält Schall ab, indem sie ihm zum einen viel Masse entgegensetzt. Denn Schall regt Körper zum Schwingen an und dadurch überträgt sich der Schall auch ins Innere eines Hauses oder in einen angrenzenden Raum. Je mehr Masse ein Körper, oder hier die Tür, hat, desto schwieriger ist es, ihn in Schwingung zu versetzen. So wird die Schallübertragung gering gehalten.

Einlagige Schallschutztüren, also solche mit nur einer Schicht, setzen dabei lediglich auf Masse (und gute Dichtungen), um den Schall abzuhalten. Im Allgemeinen sind sie weniger effektiv als zweilagige Schallschutztüren, d.h. sie erreichen nur ein geringeres Schalldämmmaß. Bei einlagigen Schallschutztüren wird häufig angegeben, dass sie ein Schalldämmmaß von ca. 25 – 35 dB bieten sollen.

Zweilagige Schallschutztüren, solche mit zwei Schichten, erreichen Schalldämmung nicht nur durch Masse und Dichtungen. Die überlegene Wirkung im Vergleich zur einlagigen Schallschutztür kommt bei der zweilagigen Schallschutztür durch das Masse-Feder-System zustande. Als Feder wirkt dabei eine Zwischenschicht, die zwischen den beiden äußeren Schichten eingefügt ist.

Da man eben meistens nicht komplett vermeiden kann, dass selbst massereiche Türen in Schwingung versetzt werden und Schall übertragen, wird die eine zweilagige Schallschutztüre aus zwei Schichten aufgebaut, die durch eine weitere Schicht voneinander getrennt werden. Zwischen den beiden äußeren Schichten befindet sich schallabsorbierendes Material wie Mineralwolle. Schallabsorbierendes Material nimmt dem Schall etwas Energie und senkt den Geräuschpegel. So kann sich der Schall nicht oder nicht so leicht von der einen Schicht auf die andere Schicht übertragen. Auf der jeweils anderen Seite der Tür kommt also weniger Schall an. Für mehrlagige Schallschutztüren wird häufig ein Schalldämmaß von ca. 35 – 45 dB angegeben.

Aber nicht nur durch die in Schwingung versetzte Tür gelangt Schall nach innen, sondern auch und wahrscheinlich vor allem durch die Fugen. Schall sucht sich jeden kleinsten Spalt, um auf direktem Weg ins Innere zu gelangen. Das verhindert eine Schallschutztür durch die entsprechende Dichtung. Auch zum Boden wird eine spezielle Dichtung eingebaut.

Auch der Anpressdruck an die Dichtung ist für die schalldämmende Wirkung entscheidend, ebenso wie eine ausreichende Breite der Auflagefläche der Dichtung.


Wie ist eine Schallschutztür aufgebaut?


Schallschutztüren gibt es wie erwähnt mit einschichtigem oder mehrschichtigem Aufbau des Türblatts, also des Teils der Tür, der geöffnet wird. Aber auch an den Türrahmen oder die Zarge werden einige Anforderungen gestellt, wenn es um den Schallschutz geht.

Einlagige Türen sollen vor allem eines sein – schwer. Entsprechend werden besonders massive Materialien ausgewählt.

Bei mehrlagigen Türen ist das Türblatt wie genannt nach dem Masse-Feder-System oder Masse-Feder-Masse-System aufgebaut. Dieser Aufbau wird manchmal auch als Sandwich-Aufbau bezeichnet, da zwei äußere Schichten mit einer inneren Schicht verbunden werden. Bei der inneren Schicht kann es sich etwa um Mineralwolle handeln. Insgesamt ist eine mehrlagige Tür dicker als eine einlagige Tür.

Zudem ist es bei einer Schallschutztür wichtig, dass der Türrahmen sowohl zum Türblatt als auch zur Wand möglichst luftdicht abgeschlossen ist. Dazu müssen die Fugen dicht sein. Vorteilhaft ist es, wenn die Auflagefläche der Dichtung möglichst breit ist.

Auch zum Boden muss die Tür dicht abschließen. Das erreicht man mit einer Schwellendichtung, Auflaufdichtung oder Absenkdichtung.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass Schallschutztüren ziemlich schwer sind und einen höheren Kraftaufwand erfordern.