Zwar haben manche Menschen das Talent in jeder noch so lauten Umgebung zu schlafen, die meisten Menschen benötigen aber Ruhe um einzuschlafen. Blöd nur, wenn der Nachbar anderes vorhat oder eine vielbefahrene Straße oder ein Flughafen rund um die Uhr für Hintergrundgeräusche sorgen.

Dem Schallschutz des Schlafzimmers kommt dann eine entscheidende Bedeutung zu. Wenn das Haus oder die Wohnung angemessen schallgedämmt sind, sollte es eigentlich möglich sein, sich in seinen eigenen vier Wänden in jeder Lage wohlzufühlen. Manche Menschen sind aber besonders geräuschempfindlich und benötigen ein Extra-Maß an Schallschutz. Wiederum andere haben das Problem in einem Altbau oder in einem hellhörigen Gebäude zu leben. Dann muss man die Möglichkeiten für einen nachträglichen Schallschutz des Schlafzimmers ausloten.

Im Prinzip gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, das Schlafzimmer leiser zu bekommen. Welche die richtige ist, hängt davon ab, um welche Art von Lärm es sich handelt und wie laut und intensiv dieser ist. Außerdem wird die Bereitschaft bauliche Maßnahmen vorzunehmen ausschlaggebend dafür sein, für welche Methode man sich letztendlich entscheidet.

Die einfachste Möglichkeit für den Schallschutz des Schlafzimmers zu sorgen stellen Schallschutzvorhänge und Schallabsorber dar. Diese sind vor allem dann angebracht, wenn die Raumakustik im Schlafzimmer ohnehin sehr schlecht ist und sich durch hohen Nachhall auszeichnet. Dann wird jedes störende Geräusch lange an der Schlafzimmerwand reflektiert und führt dazu, dass man es als noch auffälliger empfindet. Der Schallpegel der Geräusche von draußen kann durch einen Schallschutzvorhang reduziert werden. Zusätzlich hat ein Schallschutzvorhang den angenehmen Nebeneffekt, den Raum stark abzudunkeln. Auch das sorgt für besseren Schlaf.

Geräusche dämmen kann man mit diesen Maßnahmen allerdings nicht, lediglich dämpfen. Wenn man es also mit intensivem Lärm zu tun hat, muss man härtere Geschütze auffahren.

Wenn sich die Lärmquelle eindeutig hinter einer bestimmten Wand lokalisieren lässt und nicht allzu durchdringende Töne von sich gibt, dann kann man es erst einmal damit probieren, einen großen Schrank vor die betreffende Wand zu stellen. Den Fernseher des Nachbarn könnte man damit schon ausblenden, wenn man Glück hat.

Ein weiterer Punkt, den man relativ einfach angehen kann, sind undichte Fenster oder Türen. Denn Fenster und Türen gehören zu den größten Einfallstoren von Umgebungsgeräuschen. Sind noch dazu die Fugen nicht gut verschlossen, dann hat man den ersten Ansatzpunkt für das Projekt „Schlafzimmer leiser machen“ schon gefunden. Die Dichtung der Fenster und Türen muss erneuert werden. Das kann erstaunlich viel bringen.

Reicht auch das nicht, kann man versuchen Akustikschwerschaumstoff wie etwa Verbundschaumstoff an den Wänden anzubringen. Das dämmt, ist aber optisch häufig nicht das Gelbe vom Ei.

Ansonsten muss man nun wirklich zu baulichen Maßnahmen übergehen. Schallschutzfenster oder Schallschutztüren sind wahrscheinlich die erste Wahl, wenn es um Lärm von draußen geht. Eine Schallschutzwand oder eine Schallschutzdecke helfen, wenn die störenden Geräusche im Schlafzimmer auch aus dem Haus selbst kommen.

Zu guter Letzt, wenn all das genannte keine Möglichkeit darstellt, wird man sich mit Ohrstöpseln oder Noise Cancelling Kopfhörern zum Schlafen begnügen müssen.

Im Folgenden gibt es noch einmal alle Methoden detailliert im Überblick:


(Nachträglicher) Schallschutz fürs Schlafzimmer


Schallschutzvorhang

Ein Schallschutzvorhang fürs Schlafzimmer kann Schall von innen und Schall, der von draußen durchs Fenster kommt absorbieren. Dabei wird dem Schall die Energie genommen und der Geräuschpegel sinkt.

Schallschutzvorhänge bestehen in den meisten Fällen aus einem sehr dicken und schweren Stoff. Besonders gut wirken sie, wenn sie das Fenster komplett abschirmen. Dazu sollten die Schallschutzvorhänge bodenlang sein und sich an den Seiten dicht an die Wand ziehen lassen. Einfach gelingt das, wenn man eine spezielle gebogene Vorhangstange verwendet. Die Vorhänge haben den netten Nebeneffekt, dass sie das Schlafzimmer sehr gut abdunkeln.

Schallschutzvorhänge fürs Schlafzimmer kann man aus Moltonstoff oder schwerem Samt auch selber nähen oder nähen lassen.

Mehr über Schallschutzvorhänge gibt es hier nachzulesen.

Schallabsorber

Schallabsorber absorbieren wie Schallschutzvorhänge den Schall nur, das heißt sie dämpfen ihn, dämmen ihn aber nicht. Genauer gesagt bedeutet das, dass der Schall nicht daran gehindert werden kann nach innen zu dringen, sondern nur abgeschwächt wird.

Schallabsorber eignen sich besonders für Schlafzimmer mit hohem Nachhall. Ist das Schlafzimmer ziemlich karg eingerichtet und noch dazu groß, dann sind die Chancen gut, dass die Raumakustik nicht ganz optimal ist. Geräusche können sich in so einem Raum leicht aufschaukeln.

Von einem Schallabsorbern darf man sich für den Schallschutz des Schlafzimmers keine Wunder erwarten. Sie sind eher eine ergänzende Maßnahme, wenn der Raum schon bisher durch unangenehmen Nachhall aufgefallen ist. Straßenlärm oder Lärm der Nachbarn werden sie nicht abhalten.

Nach dem gleichen Prinzip kann man das Schlafzimmer auch einfach mit Kissen und anderen weichen Gegenständen ausstaffieren. Auch diese wirken schallabsorbierend. Da jedoch die Wände und Glasfronten die größten schallreflektierenden Flächen darstellen und in jedem noch so plüschigen Zimmer verhältnismäßig kahl bleiben, helfen Schallabsorber und Schallschutzvorhänge diese Flächen aufzufüllen.

Genaueres zum Thema Schallabsorber gibt es hier.

Schrank vor die Wand

Wenn die Geräusche, die einen nachts nicht schlafen lassen, ganz eindeutig einer bestimmten Richtung zuzuordnen sind, dann kann man es einmal damit versuchen, einen großen Schrank vor die entsprechende Schlafzimmerwand zu stellen. Masse, wie die Masse des Schranks, wirkt nämlich im Allgemeinen schalldämmend.

Wenn man also sowieso schon den Kleiderschrank im Schlafzimmer hat, ist ein wenig Möbel verrücken angesagt. Wichtig ist, dass man den Schrank nicht direkt an die Wand schiebt und auch auf keinen Fall an der Wand fixiert. Denn das führt zu einer Schallbrücke, so dass man den Lärm erst recht abbekommt.

Damit hat man eine einfache Möglichkeit für ein wenig mehr Ruhe im Schlafzimmer zu sorgen.

Fenster und Türen abdichten

Wenn die Dichtungen an Fenstern und Türen nicht mehr gut sind, dann kann man an dieser Stelle erleichtert aufatmen. Wahrscheinlich hat man eine nicht unbedeutende Ursache für den Lärm aufgedeckt und den Weg ausfindig gemacht, durch den der Lärm ins Schlafzimmer schallt und einem den Schlaf nimmt.

Das Gute ist außerdem: Diesen Punkt kann man ohne großen Aufwand selber angehen.

Die Fenster- und Türdichtungen lassen sich ganz leicht erneuern, wenn man zum Beispiel dieses Produkt* verwendet.

Schallschutzfenster

Sind die Dichtungen in Ordnung, das Fenster aber trotzdem die Schleuse für den Lärm im Schlafzimmer, dann kann man über Schallschutzfenster nachdenken. Ganz billig sind diese nicht, können aber meistens für große Erleichterung sorgen.

Schallschutzfenster können durch eine Verbundglasscheibe mit Schallschutzfolie, Mehrfachverglasung aus Isolierglas und eine asymmetrischen Anordnung der Glasscheiben je nach Schallschutzklasse viele Dezibel dämmen. Der Schallschutz wird dabei von der Dicke des Glases und den Abständen zwischen den Scheiben bestimmt.

In so empfindlichen Räumen wie Schlafzimmern sind Schallschutzfenster bei entsprechenden Umweltgeräuschen, wie etwa Straßenlärm, fast schon ein Muss.

Schallschutztür

Auch eine Schallschutztür kann bei durchdringendem Lärm für Abhilfe sorgen.

Wie schon Schallschutzfenster bestehen Schallschutztüren aus mehreren Schichten. Dies wird auch als Sandwich-Bauweise bezeichnet. Die entscheidenden Kriterien für eine Schallschutztür sind Masse und Biegeweichheit. Ebenso wie Schallschutzfenster können auch Schallschutztüren in verschiedene Schallschutzklassen eingeteilt werden.

Wie bei normalen Türen und Fenstern ist auch bei einer Schallschutztür die Abdichtung ausschlaggebend. Denn Schall dringt durch jeden Spalt, der sich ihm bietet.

Schallschutz der Schlafzimmerwand mit Schaumstoff

Kommt der Lärm durch die Wand, kann man versuchen die Wände des Schlafzimmers mit Verbundschaumstoff oder anderem Akustikschwerschaumstoff zu dämmen.

Dazu kann man Platten aus Verbundschaumstoff einfach an die Wand kleben. Da er recht schwer ist, muss man den Verbundschaumstoff eventuell zusätzlich mechanisch fixieren.

Verbundschaumstoff ist oftmals ziemlich bunt und optisch nicht unbedingt schön. Man kann ihn zwar tapezieren, aber der Schaumstoff bleibt empfindlich. Bilder oder Spiegel aufhängen kann man an der so präparierten Wand nicht.

Optimal wäre es, wenn der Schaumstoff in der Wohnung des Nachbarn an der Wand angebracht wird, aber das wird wahrscheinlich kaum ein Nachbar mitmachen. Als zweitbeste Option versucht man es eben an der eigenen Wand.

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Wenn man lediglich Verbundschaumstoff ohne eine zweite Wand einplant, wird die Schalldämmung geringer ausfallen, als wenn man zusätzlich eine Schallschutzwand errichtet, wie im nächsten Punkt beschrieben.

Schallschutzwand mit Vorsatzschale

Sind alle einfacheren Optionen ausgereizt und der Lärm im Schlafzimmer nicht zu bewältigen, kann man es mit einer Schallschutzwand versuchen.

Die Schallschutzwand hilft vor allem dann, wenn der Lärm von einer bestimmten Wand im Raum herrührt. Will man sich von lärmigen Nachbarn abschotten könnte eine solche Schallschutzwand das richtige sein.

Bedenken sollte man, dass der Schallschutzwand einige cm an Raumfläche zum Opfer fallen. Dann hat man aber wohl den bestmöglichen Schallschutz für die Wand.

Eine Schallschutzwand wird meist in Trockenbauweise mit Hilfe einer Vorsatzschale errichtet. Der Begriff Vorsatzschale bezeichnet eine Art Gerüst aus Trockenbauprofilen, das dazu verwendet wird, eine neue Wand hochzuziehen oder einer bestehenden Wand eine neue Verkleidung zu geben.

Für eine Schallschutzwand fürs Schlafzimmer wird in einem gewissen Abstand von der ursprünglichen Wand eine zweite, schallreflektierende Wand eingebaut. In den Zwischenraum zwischen den beiden Wänden wird schalldämpfendes Material gefüllt. Dabei kann es sich um Mineralwolle wie Steinwolle oder Glaswolle oder um Zellulose- oder Holzfasermatten handeln.

Wichtig ist bei all dem, dass die Wand für den Schallschutz von der ursprünglichen Wand und den angrenzenden Wänden, der Decke und dem Boden komplett schalltechnisch entkoppelt ist.

Die Schallschutzwand hat häufig Gipskartonplatten als äußere Schicht, also als Wand, die letztendlich sichtbar sein wird. Gipskartonplatten lassen sich problemlos streichen oder tapezieren und fügen sich nahtlos in das bisherige Raumbild ein.

Wie man eine Schallschutzwand mit Vorsatzschale errichtet, kann man hier genauer nachlesen.

Schallschutzdecke – abgehängte Decke

Die Schallschutzdecke kommt dann zum Einsatz, wenn der Lärm oder die störenden Geräusche im Schlafzimmer vom Stockwerk oberhalb kommen.

Bei einer Schallschutzdecke wird vom Prinzip her ähnlich vorgegangen wie bei einer Schallschutzwand.

Es wird eine zweite Decke unterhalb der ursprünglichen Decke errichtet. Diese hängt mit etwas Abstand unterhalb der eigentlichen Decke, weshalb sie auch abgehängte Decke genannt wird.

In den Hohlraum zwischen den beiden Decken wird wiederum schalldämpfendes Material gefüllt. Das können Matten aus Mineralwolle, Holzfasern oder Zellulose sein.

Beim Bau einer Decke für den Schallschutz wird das Schlafzimmer einige cm an Raumhöhe verlieren. Ob das vertretbar ist, muss man vorher ausknobeln.

Mehr über die Schalldämmung der Decke gibt es in diesem Beitrag.

Die Notlösung – Ohrstöpsel oder Noise Cancelling Kopfhörer

Wenn man keinesfalls bauen möchte oder die Wände unangetastet bleiben sollen und wenn man nicht in Schallschutzvorhänge investieren möchte, sich von ihnen nichts erwartet oder diese nicht ausreichen, dann bleibt einem als letzter Schritt wohl nur die Verwendung von Ohrstöpseln oder Noise Cancelling Kopfhörern.

Wohingegen das Konzept Ohrstöpsel hinreichend bekannt sein sollte sind Noise Cancelling Kopfhörer wahrscheinlich nicht allen geläufig.

Bei Noise Cancelling Kopfhörern handelt es sich um spezielle Kopfhörer, die mit aktiver Geräuschunterdrückung für Ruhe sorgen. Störende Geräusche werden durch Active Noise Control herausgefiltert. Man kann Noise Cancelling Kopfhörer nicht nur zum Musik hören verwenden, sondern sie auch ohne Musik zum Herausfiltern von Störgeräuschen einsetzen. Dabei werden vor allem tieffrequente Geräusche herausgefiltert, also gerade die Frequenzen, die sich durch noch so gute Schalldämmung nur schwer unterdrücken lassen. Theoretisch also die perfekte Ergänzung zu nicht hundert Prozent wirksamen Schallschutzmaßnahmen.

Bleibt nur noch die Frage, ob man mit Kopfhörern schlafen kann oder möchte.

Mehr über Noise Cancelling Kopfhörer kann man hier erfahren.