Fenster sind mit die größte Quelle, durch die unerwünschte Geräusche und Lärm ihren Weg ins Innere eines Raums finden. Viele Menschen sehen sich daher nach Möglichkeiten um, ihr Fenster zu dämmen oder für Schallschutz zu sorgen. Ohne ein Schallschutzfenster wird es mit der Schalldämmung leider schwer. Trotzdem gibt es für den Schallschutz ein paar Methoden, die man relativ einfach selbst umsetzen kann um zu versuchen den Schallpegel etwas zu senken. Je nach Lärmbelastung von außen kann dies die Geräusche vielleicht schon auf erträgliche Maße reduzieren oder zumindest für spürbare Erleichterung sorgen.

Eine der wichtigsten Schwachstellen an einem Fenster ist die Fensterdichtung. Diese muss unbedingt komplett dicht sein, um Schall etwas entgegensetzen zu können. Normale Fenster sind natürlich an sich schon durchlässiger als Schallschutzfenster und werden es niemals schaffen, Schall so gut draußen zu halten wie diese speziellen Fenster. Dennoch können sich die schalltechnischen Eigenschaften eines Fensters durch eine nicht mehr intakte Dichtung drastisch verschlechtern. Stellt man also fest, dass die eigenen Fensterdichtungen ihre Funktion nicht mehr voll und ganz erfüllen, sollte man die Dichtungen unbedingt erneuern. Schon das kann in Sachen unerwünschte Geräusche zu einer Verbesserung führen.

Ein Problem bei der Schalldämmung oder dem Schallschutz eines Fensters in Eigenregie ist normalerweise, dass Licht noch durchkommen muss. Ist das kein Kriterium, etwa nachts oder in einem ungenutzten Raum, kann man Verbundschaumstoff auf Fenstergröße zuschneiden und vor das Fenster klemmen. Alternativ kann man eine Platte zuschneiden und diese mit schweren und schalldämmenden Materialien wie Verbundschaumstoff und Bitumenfolie bekleben und die Platte gut abgesichert vors Fenster stellen. Diese Möglichkeiten bieten sich an, wenn die unerwünschten Geräusche vor allem beim Schlafen stören und man tagsüber auf den Lärmschutz verzichten kann. Besonders ansehnlich ist so eine Konstruktion zwar nicht, doch sie kann helfen das ein oder andere Dezibel zu dämmen. Wenn man seine handwerklichen Fähigkeiten weiter auf die Probe stellen will, kann man auch eine Art Fensterladen für Innen bauen, der mit ebendiesem Akustikschwerschaumstoff und mit Bitumenfolie präpariert ist.

Diese Eigenkonstruktion ist vor allem dann eine Option, wenn ein Schallschutzfenster zu kostspielig ist oder aus anderen Gründen nicht im Rahmen der Möglichkeiten liegt.

Eine weitere Idee zum Schallschutz des Fensters ist ein Schallschutzvorhang. Dieser wirkt zwar nicht schalldämmend, kann aber Schall durchaus dämpfen. Meistens sind diese Vorhänge dick und schwer und haben zusätzlich eine Verdunkelungsfunktion. Der Schallschutzvorhang wirkt schallabsorbierend, nimmt dem Schall seine Energie und senkt dadurch den Geräuschpegel. Lärm wird man damit nicht in den Griff bekommen, aber unerwünschte Geräusche sollten sich dämpfen lassen.

Schallschutzvorhang
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Ansonsten ist natürlich der Königsweg ein Schallschutzfenster installieren zu lassen. Diese Fenster sind in ihrer Konstruktion ganz darauf ausgelegt Schall zu dämmen und sind in verschiedenen Schallschutzklassen erhältlich. Statt das ganze Fenster zu ersetzen, kann man auch nur die Glasscheibe gegen Schallschutzglas austauschen lassen. Dies ist vielleicht auch billiger als gleich ein Schallschutzfenster einbauen zu lassen. Eine weitere Option, wenn das aktuelle Fenster erhalten bleiben soll, ist ein Vorsatzfenster. Auch diese sind mit schalldämmenden Eigenschaften zu haben.

Rollladen können ebenfalls zur Schalldämmung beitragen, können aber auch Probleme bereiten. Durch ungedämmte Rollladenkästen können nämlich unerwünschte Geräusche und Lärm ihren Weg nach innen finden.

Alle Möglichkeiten mit denen man ein Fenster dämmen oder zumindest für Schallschutz fürs Fenster sorgen kann gibt es im Folgenden näher im Detail:


Fensterdichtung – ist sie wirklich dicht?


Der erste Punkt, den man wie genannt überprüfen sollte, ist die Fensterdichtung. Denn Schall breitet sich in Form von Luftschall durch die Luft aus und dringt dabei durch jede kleinste Öffnung. Bei der Schalldämmung ist Luftdichtigkeit deshalb ein wichtiger Faktor.

Das gilt unabhängig davon, um welche Art von Fenster es sich handelt. Auch bei einem Schallschutzfenster ist die Wirkung ohne intakte Abdichtung eingeschränkt. Alleine das Isolierglas kann da nicht helfen. Durch alle Fugen dringt Fugenschall.

Deshalb sollte man die Fensterdichtung erneuern oder erneuern lassen, wenn man vermutet, dass der Schall hier hindurchkommt oder die Dichtung eindeutig nicht mehr intakt ist.

Ein einfacher Test um festzustellen, ob die Dichtungen noch gut sind besteht darin, ein Blatt Papier im Fenster einzuklemmen und zu versuchen es herauszuziehen. Merkt man einen deutlichen Widerstand, kann man davon ausgehen, dass die Dichtung noch funktioniert. Kann man das Papier jedoch leicht herausziehen, ist es wohl an der Zeit die Dichtung zu erneuern.

Stattdessen kann man auch eine Kerze am Rand des Fensters entlangführen und auf ein Flackern der Kerze achten. Dies bedeutet nämlich, dass an der jeweiligen Stelle Luft, und damit auch Schall, hindurchströmen kann.

Auch dann ist ein Wechsel der Dichtung angesagt.


Schallschutz-Platte vors Fenster


Wenn das Erneuern der Dichtung nicht den gewünschten Erfolg bringt, gibt es eine zweite Möglichkeit für alle diejenigen, die kein Schallschutzfenster einbauen lassen wollen oder können.

Diese Möglichkeit eignet sich nur für nachts, für Räume in denen man kein Tageslicht braucht oder für vollständig ungenutzte Räume, durch die sich aber trotzdem störender Schall einschleicht.

Man kann selbst eine Art Schallschutzplatte bauen. Entweder verwendet man nur Verbundschaumstoff, den man vor das Fenster klemmt. Dazu wählt man die Abmessungen des Schaumstoffs ein wenig größer aus als die des Fensters. Alternativ kann man den Schaumstoff auf einer Platte anbringen, etwa einer Spanplatte oder Sperrholzplatte. Dazu muss man eine Platte auf die Abmessungen des Fensters zuschneiden und diese mit Verbundschaumstoff bekleben. Zusätzlich kann man auch Bitumenfolie in die Konstruktion miteinbeziehen.

Bei Verbundschaumstoff handelt es sich um einen Akustikschwerschaumstoff, der sich, wie der Name schon andeutet, dadurch auszeichnet, besonders schwer zu sein. Da Gewicht oder Masse im Allgemeinen schalldämmend wirkt, kann der Verbundschaumstoff durch seine Masse Schall abhalten. Ebenso verhält es sich mit Bitumenfolie, diese ist ebenfalls sehr schwer.

Verbundschaumstoff sieht meistens relativ bunt zusammengewürfelt aus, da er aus den Resten verschiedener Schaumstoffe hergestellt wird. Daher kann man die Platte mit Stoff beziehen, wenn sie optisch ein wenig mehr hermachen soll.

Diese Methode ist zugegeben etwas behelfsmäßig. Außerdem ist sie optisch nicht unbedingt ansehnlich. Vor allem aber kann sie für etwas Abhilfe sorgen, wenn man akut an einem Lärmproblem leidet. Eventuell ist das Lärmproblem auch nur vorübergehend, da macht man mit so einer provisorischen Maßnahme nichts falsch. Wenn man den Schaumstoff oder die Platte längerfristig einsetzen will, kann man aber auch seine künstlerischen Fähigkeiten spielen lassen und die Platte oder den Schaumstoff mit schönem Stoff beziehen.


Schallschutzvorhang


Wenn alle genannten Methoden nichts für einen sind, man aber auch kein Schallschutzfenster einsetzten lassen möchte, dann bleibt ein Schallschutzvorhang als Option übrig.

Der Schallschutzvorhang oder Akustikvorhang wirkt dabei nicht schalldämmend, sondern nur schalldämpfend. Er dämpft Geräusche, die von außen durchs Fenster nach innen kommen, aber auch solche, die von innen nach außen dringen. Ein Schallschutzvorhang kann starkem Lärm, wie Straßenlärm oder einfliegenden Flugzeugen natürlich nichts entgegensetzen. Vor allem gegen tiefe Frequenzen kann er nichts ausrichten. Gegen hohe bis mittlere Frequenzen oder eine nicht ganz so intensive Geräuschkulisse kann er aber als Schallschutz geeignet sein.

Ein Schallschutzvorhang wirkt schallabsorbierend. Das bedeutet, dass er Schallenergie durch Reibung in Wärme verwandeln kann. Damit nimmt er dem Schall Energie und der Geräuschpegel sinkt in diesem Prozess. Schallabsorber sind im Allgemeinen dazu geeignet hohe bis mittlere Frequenzen zu absorbieren. Gegen tiefe Frequenzen sind sie weitestgehend machtlos.

Meistens werden Schallschutzvorhänge im Rahmen der Verbesserung der Raumakustik eingesetzt. Eine schlechte Akustik in einem Raum zeigt sich durch starken Nachhall und unter Umständen durch eine schlechte Sprachverständlichkeit.

Die meisten Schallschutzvorhänge sind ziemlich dick und schwer. Außerdem sorgen sie für eine sehr starke Verdunkelung des Raums. Gerade fürs Schlafzimmer sind sie damit aus zwei Gründen nützlich.

Mehr über Schallschutzvorhänge kann man hier nachlesen.


Fenster nachrüsten


Man muss nicht gleich ein neues Schallschutzfenster einbauen lassen, um sich vor Lärm zu schützen. Stattdessen kann man auch das bisherige Fenster nachrüsten und die Glasscheibe gegen eine Schallschutzscheibe austauschen lassen. Man kann also das vorhandene Fenster zum Schallschutzfenster machen.

Das kann je nach Einzelfall günstiger sein als ein komplettes Schallschutzfenster.


Vorsatzfenster


Auch Vorsatzfenster können dazu genutzt werden, eine bessere Schalldämmung zu erreichen. Der Begriff Vorsatzfenster bedeutet, dass zusätzlich zum ursprünglichen Fenster ein zweites Fenster eingebaut wird. Dies kann innen oder außen geschehen.

Dieses Vorgehen eignet sich besonders, wenn das bisherige Fenster erhalten bleiben soll.


Schallschutzfenster einbauen


Der Königsweg in Sachen Schalldämmung des Fensters ist ein Schallschutzfenster. Diese Fenster haben eine spezielle, schalldämmende Konstruktion und setzen verschiedene Kniffe ein um Schall draußen zu halten.

Schallschutzfenster sind in der Regel asymmetrisch aufgebaut und verfügen über eine Mehrfachverglasung.

Zum einen ist die Dicke der Gläser ausschlaggebend für den Schallschutz. Je dicker das Glas oder die Gläser, desto besser. Bei einer Mehrfachverglasung ist auch der Abstand zwischen den einzelnen Gläsern entscheidend. Je weiter sie auseinander stehen, desto besser dämmen sie. Der Abstand zwischen den Gläsern ist deshalb wichtig, damit die Schwingungen des Schalls nicht von einer Scheibe auf die andere übertragen werden. Für die Füllung der Zwischenräume wird manchmal Gas verwendet. Verbundglasscheiben mit Gießharz oder Schallschutzfolie und Isolierglas finden in Schallschutzfenstern häufig Einsatz.

Der asymmetrische Aufbau des Fensters bedeutet, dass die einzelnen Gläser eine unterschiedliche Dicke aufweisen. Dadurch haben sie eine unterschiedliche Eigenfrequenz und können sich nicht so leicht gegenseitig in Schwingung versetzen. Auch die Abstände zwischen den Scheiben können unterschiedlich gewählt sein. All dies trägt zum Schallschutz bei.

Sehr wichtig bei Schallschutzfenstern ist die sachgemäße Montage und die Abdichtung der Fugen.

Schallschutzfenster können außerdem in verschiedene Schallschutzklassen eingeteilt werden.

Mehr zum Thema Schallschutzfenster und Schallschutzklassen gibt es in diesem Beitrag.


Rollladen und Rollladenkasten


Für zusätzliche Schalldämmung können auch Rollladen sorgen. Dafür müssen sie aber in ausreichendem Abstand vom Fenster montiert sein. Etwa 10 cm Abstand zur Fensterscheibe sollten es schon sein, denn sonst können Rollladen den Schall auch verstärken.

Bei allen Vorteilen von Rollladen gibt es aber auch ein Problem, wenn es um das Thema Schalldämmung geht. Der Rollladenkasten ist oftmals nicht gut gedämmt. In so einem Fall kann durch den Rollladenkasten Lärm ins Innere der Wohnung oder des Hauses übertragen werden. Dieser Punkt wird oft übersehen.

Wenn man also am rätseln ist, wo der Lärm denn nun eindringt, nachdem man gute Dichtungen oder sogar Schallschutzfenster hat, sollte man einmal den Rollladenkasten überprüfen.